Missgunst und TamTam ohne Plan!

Die Missgunst und sture Verbissenheit mancher Menschen werde ich in meinem Leben nicht mehr verstehen – das ist mir gestern einmal wieder klar geworden.

Bis heute weiß ich nicht ob es purer Neid ist oder ob Menschen manchmal einfach das Gefühl brauchen sich anderen gegenüber groß machen zu müssen. So oder so, nach meinem gestrigen Erlebnis weiß ich mal wieder, das man es eben nicht allen Recht machen kann.

Diese ersten zwei Zeilen hatte ich mir aus dem Kopf geschrieben bevor ich mich wirklich erden konnte. Wie manche von euch Wissen ziehe ich mir einmal die Woche eine Fokuskarte um mich zu strukturieren und mich selbst zu hinterfragen was in meinem Kopf und Bauch so los ist. Genau dies habe ich heute morgen getan, denn durch eine schlechte Nacht und super viel Tam Tam im Kopf hatte ich einfach das Gefühl in der Luft zu hängen und mich selbst zu hinterfragen.
Und was soll ich sagen, meine Karte hat mich wieder heruntergeholt und mir genau das gesagt was ich zuvor in den obersten zwei Zeilen festgehalten hatte – man kann es nicht jedem Recht machen.

Aber um euch einmal zu erklären was überhaupt der Ausschlag, für diesen Blog-Beitrag war, fangen wir einmal von vorn an.

Angefangen hat das Traraaa tatsächlich gestern mit der Location die ich euch gezeigt habe ♥ eine wunderschöne Mohnblumenwiese.

Ich wollte den Menschen da draußen eine Freude bereiten, mit einer Loaction die wunderschön ist und die wir auch betreten dürfen. Was daraus in einer der vielen Gruppen auf Facebook wurde, war mal wieder ein deutliches Massaker von Menschen die absolut keine Ahnung haben wie sehr wir Fotografen uns doch eigentlich den Arsch aufreißen.

„Du machst Fotos zum Leidwesen wildlebender Tiere!“
„Wieso willst du diese schöne Wiese denn platttrampeln?!“
„Du schadest der Natur auf erhebliche Weise!“

All das sind Sätze die gestern gefallen sind und ich sprachlos gemacht haben. Und genau aus diesen Gründen möchte ich euch heute einmal erzählen was für einen Aufwand wir Fotografen betreiben um Grundstücke und Flächen betreten zu dürfen OHNE das wir Hausfriedensbruch begehen.

Wir Outdoor-Fotografen sind uns unserer Handlungen deutlich bewusster als welchen, die nur im Studio fotografieren und aus diesem Grund will und kann ich dieses Thema nun auch nicht einfach ohne ein Wort an euch Ruhen lassen und möchte jedem da draußen gern einmal erklären wie wir Fotografen im besten Falle für ein Fotoshooting vorgehen.
Selbstverständlich gibt es Menschen, die ohne Acht auf die Natur durch Wald und Flur trampeln, aber ich kann guten Gewissens für mich selbst sprechen das ich nicht dazu gehöre!

Fangen wir erstmal mit der Bürokratie an.

Ich als Fotograf begebe mich meistens erst einmal im Internet auf die Suche nach schönen Locations, entweder über Google Maps oder auch über Erfahrungsberichte anderer. Letzteres ist im übrigens alles andere als einfach, denn auch ich verrate nicht mehr jedem meine Locations, weil ich es Leid bin das die Personen die Anfragen sich keine Genehmigungen einholen, oder es einfach zu einem Überlauf kommt und ich diese Location dann auch nicht mehr für mich nutzen kann.

Sofern ich dann, so wie gestern, eine Location entdeckt habe schwinge ich mich ans Telefon. Meist rufe ich hier erst einmal das Grünflächenamt an um herauszufinden wem die Fläche gehört und ob das Amt mir selbst nicht schon eine Erlaubnis erteilen kann, da die Fläche bestenfalls sogar zur Stadt gehört.
Im gestrigen Fall war dies leider nicht so und ich wurde hier noch einmal zum Fachbereich Wirtschaft – Grundstücksvermarktung weitergeleitet, da sich herausgestellt hat das die Fläche weder Ackerland noch Grünfläche ist sondern reines Neubaugebiet welches noch nicht bebaut ist. So etwas in der Richtung hatte ich mir sogar schon einmal gedacht, da direkt nebendran eine riesige Baustelle ist und nur dieses schöne Stückchen Erde noch nicht berührt wurde.

Mit dem Fachbereich Wirtschaft der Stadt wurde dann auch noch einmal geschaut ob das Land schon an jemanden verkauft wurde oder nicht, dies war nicht der Fall und aus dem Grund konnte ich mir hier eine schriftliche Genehmigung für eine Begehung einholen!
Zum Verständnis, hier gern auch einmal die Auszüge per Mail 🙂 Urheberrechtliche Daten sowie die Location selbst habe ich geschwärzt.

Das heißt – ich habe offiziell und ohne das Scheiß Gemecker von irgendwelchen Facebook-Juppies die Erlaubnis erhalten, dieses Stück Land mit meinen Kunden zu betreten! Und genau aus diesem Grund stelle ich mir wirklich die Frage, warum manche Menschen immer noch die Fresse aufreißen, obwohl man es schwarz auf weiß hat eine Wiese zu betreten zu dürfen 😀 ?!

Aber gehen wir mal oben auf die ausgesprochenen Sätze ein!

Das die Münder im Internet größer sind als von Angesicht zu Angesicht wissen wir ja alle, ich habe es mir mittlerweile abgewöhnt etwas zu schreiben was ich der Person nicht auch ins Gesicht sagen würde, dies mag zwar hart klingen, denn wie ihr wisst verpacke ich Sachen auch nicht 3x in Watte bis ich sie jemandem an den Kopf werfe, aber dafür stehe ich für meine gesagten Worte ein!

„Du machst Fotos zum Leidwesen wildlebender Tiere!“
Gut zu Wissen! Wie viele von euch Wissen gilt hier in Niedersachsen eine Brut- und Setzzeit. Wer sich aber mal genauer damit befasst wird schnell merken, dass sich diese Zeit auf das Wildern und Jagen und vor allem auf die Haltung der Hunde begrenzt. Weder kann ich mit meiner Kamera scharf schießen noch lasse ich meine Models auf ein Nest oder ein Kitz los, welches sich vielleicht dort versteckt.
Wenn wir doch mal darüber hinaus gehen und sagen „Okay, die Fläche ist Kniehoch, dort könnten Tiere drin leben oder brüten“ – sehe ich es selbstverständlich ein diese Fläche nicht zu betreten. Gleichzeitig möchte ich aber auch einmal darauf aufmerksam machen, dass Menschen die fotografieren durchaus die Augen im Kopf haben um dies frühzeitig zu erkennen! Gerade wir Tierfotografen sind mit Sicherheit dem Tierwohl zugewandt und würden nichts tun was einem Tier schadet. Selbstverständlich kann ich auch hier nur für mich selbst einstehen, aber es wäre schön eine Krux für sich wenn ein Fotograf, der es liebt Tiere abzulichten, Ihnen im selben Zuge auch noch schaden wollen würde!
Zusätzlich möchte ich hier auch noch einmal auf den Aspekt der gestrigen Location eingehen – es ist BAULAND!

„Wieso willst du diese schöne Wiese denn platttrampeln?!“
Sorry, aber wieso mähst du in deinem Garten den Rasen!?
Mal im Ernst, bei trockenem Wetter ist eine Wiese durchaus auch von Hufen und Füßen so robust, dass diese dem standhält und sich heruntergetretene Gräser nach kurzer Zeit auch wieder aufrichten. Ich reiße nichts aus dem Boden heraus noch schneide ich dort etwas ab.

„Du schadest der Natur auf erhebliche Weise!“
Ok – weißt du was eine Atombome oder ein Atomkraftwerk welches explodiert anrichten kann? Weißt du das eine Kuh mehr Co2 produziert als ein Auto was 18.000km gefahren ist!?
Wenn du mir mit dem Argument kommst doch weniger Fleisch zu essen damit auch weniger produziert wird, okay, aber ich schade der Natur auf erhebliche Weise weil ich ein Bild in ihr schieße?! Come on…

Es tut mir wahnsinnig leid das ich hier so ehrlich und direkt werde und ich kann auch den Unmut verstehen wenn man sich keine Genehmigungen einholt, da werde ich selbst ungehalten, aber bitte, wenn man euch schon versichert, dass das Gelände legal zu betreten ist und der Fotograf professionell ist und euch nix vorgaukelt, dann akzeptiert dies doch bitte auch und lasst das Fass ein Fass sein ♥

Ich hoffe sehr das ich einerseits den Fotografen helfen konnte denen es schwer fällt sich Genehmigungen einzuholen. Ein Anruf bei der Stadt oder Gemeinde hilft schon sehr weiter und tut überhaupt nicht weh, ich habe sogar herzlich mit den zwei Damen am Telefon gelacht und konnte auch wunderbar mit Ihnen smalltalken.
Andererseits hoffe ich, den Leuten einmal den Wind aus den Segeln nehmen zu können, die der Meinung sind ich würde eine Atombombe auf Felder und Wiesen fallen lassen.

Vielleicht hat mich das Thema auch zu sehr getroffen, aber es herunter zu schreiben und vielleicht dem ein oder anderen zusätzlich noch einmal die Augen zu öffnen tut wahnsinnig gut. Fakt ist, informiert euch bevor ihr anderen Menschen weh tut oder gar eine Dienstleistung vermiest die hätte so wunderschön sein können!

Ich werde am Wochenende auf jeden Fall tolle Bilder auf einer klasse Mohnwiese zaubern ♥

Sollten noch Fragen zum Thema Genehmigungen einholen oder ähnliches aufkommen, könnt ihr mir diese gern auf Facebook oder unter diesem Blog-Beitrag stellen 🙂 So können auch andere davon profitieren.

Und zum Abschluss gibt es nun noch einmal ein paar wundervolle Bilder, von ein paar wundervollen Locations mit Genehmigung.

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