Vor 2 Jahren…

…erfüllte ich mir den größten Wunsch den ich jemals hatte.

Was meine Erkenntnisse nach zwei Jahren sind und wie es mir heute geht, teile ich ganz persönlich mit euch in diesem Blog-Beitrag.

Mein Handy klingelte heute morgen und ich bekam eine Benachrichtigung, obwohl ich dies nicht einmal eingestellt hatte. Heute vor 2 Jahren änderte sich mein Leben… denn ich schenkte mir ein Neues ♥

Hört sich drastisch an? Ist es auch.

Wer mich schon länger kennt und meine Geschichte verfolgt, weiß was vor zwei Jahren war, wer neu dabei ist – herzlich willkommen, heute nehme ich dich noch einmal mit auf meine kleine Reise durch die Vergangenheit und meine Schmerzen die dahinter standen.

06. August 2018 sprach ich das aller erste mal öffentlich über mein leiden, denn all das was sich pubertierende Mädchen wünschen hatte ich schon seit Jahren viel zu viel – meiner Oberweite!
Seit meiner Pubertät wuchs und wuchs meine Brust fast unaufhörlich und bescherte mir bis in mein 26. Lebensjahr über 10 Jahre Schmerzen. Angefangen mit Wachstumsschmerzen und letztendlich einen Schlussstrich gezogen mit Schmerzen im Rücken, Entzündungen unter der Brust sowie einer Zwangshaltung um meine Oberweite zu kaschieren.

Gerne hätte ich es mir selbst erspart mich über 10 Jahre damit herumzuquälen. 2015 reichte ich das erste mal eine Kostenübernahme für eine Mammareduktion ein, aber meine Krankenkasse sperrte sich immer und immer wieder dagegen mit der Aussage, man könne die Oberweite mit einem passenden BH unterstützen und beheben – Leute, ich habe täglich zwei BH’s übereinander getragen um das Gewicht zu verteilen und um zu vermeiden das meine Oberweite auch nur in geringster weise umherwabbelt damit keine Scheuerstellen entstehen. Ich habe noch so viele Atteste eingereicht, nichts hat etwas gebracht.

Nach über 3 Jahren Kampf mit der Krankenkasse habe ich mich dann dazu entschlossen dem ganzen ein Ende zu setzen – im August 2018, kurz nachdem ich an die Öffentlichkeit gegangen bin, machte ich einen Termin in einer Klinik für Schönheitsoperationen aus und konnte mein Glück nicht in Worte fassen. Anfangs hatte ich noch Hoffnung das die Krankenkasse wenigstens einen Teilbetrag übernimmt, aber auch darauf war nicht zu bauen. Ein Rückschlag, aber auch das nahm ich hin und nach vielen Tagen des Kopfzerbrechens kam der Tag!

Ich machte einen OP-Termin aus – den 25.02.2019! Und damit, meine Lieben, änderte sich wirklich alles!

Ich kann mich noch genau daran erinnern wie mich meine Schwester Yvonne und meine Mum zur Klinik brachten. Mit viel zu viel Gepäck machten wir uns auf den Weg, dort angekommen wurde mir mein Zimmer gezeigt und ich war wahnsinnig erstaunt über den Luxus der mir dort geboten wurde. Klar, es war eine Schönheitsklinik, kein normales Krankenhaus, aber so hatte ich es mir irgendwie dennoch nicht vorgestellt.

Kaum angekommen legte mir die Schwester auch schon alles zurecht und keine Stunde nach Ankunft saß ich auch schon in meinem wunderschönen OP-Hemdchen auf meinem Bett und wartete auf den Doktor, der sich meine Oberweite anschaute und für die OP skizzierte.


Bitte seid nicht verwundert darüber, dass ich euch dieses Bild nun zeige, es ist einfach mein altes Ich mit dem ich abgeschlossen habe und ich möchte so vielen Mädchen & Jungs den Mut geben sich zu trauen, denn fuc**ing hell, dass war das beste in meinem Leben was ich jemals gemacht habe.
Um dies noch einmal zu verdeutlichen möchte ich es euch bebildern. Schön fand ich es ja sowieso nicht also fällt für mich hier ein erotischer Aspekt vollkommen weg! 😀

Mit einem E/F Körbchen bin ich nun also in die Klinik rein und musste mich nach 3h Aufenthalt dann auch erst einmal von meinen Liebsten verabschieden weil ich in den OP gebracht wurde. Dort ging gefühlt eigentlich alles ganz schnell. Dem Narkosearzt erzählte ich meine üblichen Fotografie-Geschichten bis ich auch schon im Land der Träume war.

Aufgewacht bin ich ca. 2h später – zitternd wie Espenlaub und kaum bei klarem Verstand, aber die Narkose hatte ich glücklicherweise durch eine kontinuierliche Überwachung sehr gut vertragen ♥

In meinem Zimmer angekommen brauchte es nicht all zu lang bis meine Geschwister und meine Mutter wieder bei mir waren und das erste womit mich meine Mutter begrüßte war eine Umarmung mit den Worten:

Herzlich Willkommen in deinem neuen Leben mein Schatz, du hast es endlich geschafft! ♥ Ich hab dich so lieb.

Ab dem Punkt brachen alle Dämme bei mir. Gott verdammt, wie Recht sie damit hatte und es hätte schon viel eher so kommen sollen. Aber, ich habe es endlich geschafft!

Auch nach der OP verlief wirklich alles reibungslos, ich kam einen Tag später aus der Klinik und verbrachte dann 6 Wochen zu Hause um mich zu schönen und mich täglich mit meiner wunderschönen neuen Oberweite selbst im Spiegel zu präsentieren – Was ein Gefühl, dass sage ich euch, da war von jetzt auf gleich mein Bauch dicker als meine Brüste 😀 😀

Und nun – 2 Jahre später – bin ich immer noch der glücklichste Mensch auf der Welt, denn seit meiner Brust-Operation hat sich mein Leben um 180° gedreht.
Seither bin in den zwei Jahren öfter ins Schwimmbad gegangen als die ganzen 26 Jahre davor, bin aktiver und agiler in meinem Leben und habe mich sogar in eine Therme getraut, wo man ganz nackig rumlaufen musste 😀 Alles kein Problem mehr! Zwei BH’s übereinander tragen!? Nein verdammt – ich laufe im Sommer sogar ohne BH rum und es ist eine absolute Wohltat meinen Kopf endlich frei von diesen Dämonen zu sehen.

Aber nicht nur körperlich hat mich diese Operation geändert, sondern auch mental. Ich bin freier, habe mich von weiteren Ketten befreit und habe mir einen weiteren Traum, hauptberufliche Fotografin zu werden, erfüllt. Zusätzlich habe ich einen Roadtrip mit meiner besten Freundin gemacht und wir sind 16.000km durch Kanada und USA geknallt 😀 ♥ All diese Sachen, hätte ich niemals gemacht, wäre ich noch in meinem alten Körper gefangen gewesen und genau aus diesem Grund verfasse ich heute diesen Blog-Beitrag für euch, denn jeder von uns ist oder war einmal in Ketten gefangen. Aber jeder von uns besitzt auch ganz tief in sich drinnen die Kraft, diese Ketten in die Hand zu nehmen und zu sprengen ♥

Traut euch und baut euch einen Thron aus den Steinen die euch in den Weg gelegt werden. Denn ihr solltet der König oder die Königin für euch selbst sein.

Eine Meinung zu “Vor 2 Jahren…

  1. Liebe Kim,
    Ich bin über Instagram auf deine Geschichte aufmerksam geworden und bin so unfassbar stolz auf deinen Mut und deine Ehrlichkeit dies so offen zu schreiben! Du hast meinen vollsten Respekt. ♡
    Viele Mädchen und Frauen leiden unter dem gleichen Problem wie du. Ich habe selber eine Freundin, die von Natur aus eine sehr große Oberweite hat und damit auch die Probleme, dass man keine BH’s in normalen Geschäften findet und auch unter dem Gewicht körperlich leidet.
    Vielen Dank, dass du deine „Story“ teilst!!!!
    Alles Gute, Leonie

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