[Real Talk] 10 Jahre leiden… in 10 Tagen vorbei!?

Tjaaa… wie fängt man am besten an wenn man im Hinterkopf hat, das dies, was ich euch jetzt berichte mein ganzes Leben vermutlich auf den Kopf stellen wird, ich gleichzeitig aber weiß das diese Veränderung für viele ein sehr unterwarteter Schritt ist.

Nein, keine Angst – mit der Fotografie werde ich nicht aufhören! Da kann ich euch gleich schon einmal beruhigen ❤

Dieser Beitrag wird sich grundlegend nicht um das fotografieren drehen – sondern um mich.

Um mich, mein Leben und meine bisherigen Leiden. Und glaubt mir – mehr Realtalk könnte es hier jetzt tatsächlich auch nicht geben. Meine Musik ist ausgestellt, ich fokussiere mich ganz auf das, was ich euch hier und heute mit auf den Weg geben möchte und erzähle euch was sich für mich in den nächsten 10 Tagen ändern wird.

…puuh, okay Kimi – einmal durchatmen – los geht’s!

06. August 2018 – dies war der Tag an dem ich mich das erste mal getraut habe öffentlich darüber zu sprechen – und gleichzeitig der Tag an dem so viele Tränen geflossen sind wie noch nie. Nicht weil ich traurig war, sondern unendlich dankbar!

Seit meiner Pubertät leide ich körperlich sowie psychisch nämlich an ganz genau einer Sache – meiner viel zu großen Oberweite!

Der ein oder andere mag jetzt staunen, entsetzt sein oder völlig verwirrt warum ich euch überhaupt davon berichte. Entspannt euch, lest aufmerksam weiter und lasst euch ein wenig von mir leiten.

2015 habe ich mich das erste mal getraut etwas gegen meine Beschwerden zu unternehmen und ich reichte einen Kostenübernahme-Antrag bei meiner Krankenkasse ein in der Hoffnung meine Probleme endlich los zu werden und ein unbeschwertes Leben führen zu können. Wie ihr jetzt mich Sicherheit feststellen könnt, da wir mittlerweile das Jahr 2019 haben – dies hat nicht geklappt!

Warum?! Tja, die Frage stelle ich mir bis heute noch!

Die Krankenkassen finden es anscheinend normal und vollkommen in Ordnung, dass man beim Sport zwei BH’s tragen muss. Krafttraining und Joggen, sowie sonstige Aktivitäten wie reiten auf Grund der Brustgröße kaum bis gar nicht machbar sind. Trotz Abschürfungen und Blasen im Schulterbereich, regelmäßiger Einnahme von Schmerzmitteln und Wundsein unter der Brust ist die Krankenkasse bis heute nicht gewillt gewesen den Fall zu übernehmen! Ein bitterer Tiefschlag für mich.

Die Übernahme wurde mit der Begründung, man könne ja andere BH’s tragen und sich einer psychischen Behandlung unterziehen abgetan und auf Eis gelegt. 

Was ein Bullshit! Oder habt ihr schon einmal erlebt, dass man durch eine psychische Behandlung kleinere Brüste bekommt?! Wäre ja schön wenn das so einfach ginge, dann würde ich nur noch beim Onkel Doktor sitzen.

Aber! Und jetzt kommen wir zurück zum August 2018. Nach all diesen Rückschlägen, meiner Trennung dazwischen und der zweiten Ablehnung meiner Krankenkasse habe ich mich getraut öffentlich über dieses Thema zu sprechen und aus meiner Unsicherheit und Hilflosigkeit eine Stärke zu machen! Mir war klar, dass die Krankenkasse auch weiterhin ablehnen wird also habe ich erst gar nicht versucht mit einem Anwalt dagegen vorzugehen, dies hätte über Jahre nur noch mehr Druck, Tränen und Schmerzen gekostet – also habe ich mich entschlossen dem ganzen Drama ein Ende zu setzen und die Kosten der OP wohl oder übel selbst zu tragen!

Da stand ich nun, kein Plan wie es weiter gehen soll aber irgendwo voller Hoffnung. Denn mit dem ersten öffentlich machen habe ich eine Spendenaktion gestartet, die mir neben jedem einzelnen Euro für diese OP noch so so so viel mehr gegeben hat. Hier in Deutschland hört man immer davon wie wenig hilfsbereit Menschen sein sollen, wie hochnäsig jeder für sich ist und sein Leben führt. Dies habe ich an dem Tage ganz anders zu spüren bekommen und bin so unendlich dankbar für jedes einzelne Wort von euch.

Spendenaktion… da höre ich schon den ein oder anderen aufstöhnen und sich fragen „warum soll ich ihr denn Geld zukommen lassen?!“ – recht habt ihr, was meint ihr wie unheimlich dumm ich mir vorgekommen bin, als ich diesen Versuch gestartet habe. Ich bin nicht davon ausgegangen auch nur 1€ zusammen zu bekommen und ich stehe auch noch heute hier und kann es gar nicht in Worte fassen, was seit diesem Tag sich alles gedreht hat in meinem Leben. Geweint wie ein Schlosshund habe ich, als ich den Mut zusammengenommen habe und den Link bei Facebook geteilt hab. Noch mehr geweint habe ich als so viele, wundervolle Menschen mir Nachrichten haben zukommen lassen und ihr verdientes Trinkgeld an mich übersandt haben. Und vollkommen aus der Fassung war ich dann schlussendlich, als wir nach 2 Tagen über PayPal und GoFundMe schon um die 250€ zusammen hatten. Könnt ihr euch vorstellen was all das für mich war?!

Kennt ihr den Moment wo ihr in einer Sommernacht im Garten auf dem Rasen liegt, die Nacht sternenklar ist und ihr aus jedem einzelnen funkeln Hoffnung und Kraft schöpft? Ihr seid meine Sterne!

Dieser Moment und das gesammelte Geld war für mich der Startschuss in ein neues Leben! Ein Weckruf endlich etwas zu verändern.

Lange habe ich Ende 2018 noch mit Ärzten und der Krankenkasse auseinander gesetzt, trotz der geplatzten Hoffnung, dass die Kasse es übernimmt habe ich nicht aufgeben wollen wenigstens einen Teil erstattet zu bekommen, gescheitert ist leider auch dieses Verfahren – die Monate vergingen dann auf einmal wie im Flug. Eine Reise nach der anderen Stand an, ich bekam Flügel und war überall – nur nicht mehr zu Hause. Irgendwie hat es sich wie ein Befreiungsschlag angefühlt! Ich drehte so einiges an meinem Leben, machte Sport, wenn auch unter Schmerzen und schaffte es, das Gewicht, welches ich durch meine Trennung erreicht hatte (zugegebenermaßen durch schlichtes nichts essen), halten zu können oder auch grundlegend in Muskeln anstatt Fett umzuwandeln.

Wer mich auf meinem privaten Instagram-Account verfolgt, der weiß was ich innerhalb dieses halben Jahres doch schon erreicht habe. Allein dieses Ergebnis zu sehen und irgendwie halten zu können spornte mich nur noch mehr an am Ball zu bleiben. Aber Moment mal?! Abnehmen und Gewicht halten schön und gut, aber wie ging es mit der Brustverkleinerung weiter?!

Zugegebenermaßen, lange, wirklich sehr lange habe ich mit mir gehadert, wusste mir selbst nicht zu helfen und habe es für den Moment einfach bei Seite geschoben, mich um meine Fotografie gekümmert und Pläne geschmiedet für das Jahr 2019! Im Hinterkopf saß mir dieses vorhaben zwar immer und immer wieder – eigentlich täglich könnte man sagen aber lang hab ich es einfach verdrängt. Aus Angst, aus Unsicherheit und aus finanzieller Sicht?! Irgendwie so könnte man es glaube ich ganz gut beschreiben.

Ich habe mich in diesen Monaten viel mit meiner Familie darüber unterhalten und Schlussendlich kam der Tag!

Mittlerweile hatten wir schon das Jahr 2019, Silvester, das Feuerwerk am Himmel brachte mich wieder zurück zu meinen Sternen, zurück zu meiner Kraft und endlich zu dem was ich wirklich wollte – dieser OP!

Und nun kommen wir zu dem, was ich euch eigentlich berichten möchte 😀

Viel hin und her überlegt und keinen genauen Plan hatte ich, zu welcher Klinik ich gehen sollte. Ob Krankenhaus im Brustzentrum oder doch lieber privat auf einer „Schönheitsfarm“ ?! All diese Fragen schwirrten mir um Kopf rum und einen richtigen Anfang hatte ich nicht gleich gefunden. Ganz zu Anfang des Jahres fasste ich mir dann wirklich ein Herz und rief bei einer privaten Klinik an. Blöderweise empfing mich da als erstes keine nette Empfangsdame, sondern der Anrufbeantworter das die Klinik erst wieder am Mitte Januar geöffnet hatte. Toll, dachte ich mir. Da ist man schon einmal bereit das ganze in Angriff zu nehmen und den Mut zusammen zu nehmen um dort anzurufen und dann das! Wieder ein typischer Kimi-Moment.

Aufgeben kam aber nicht in Frage, also rief ich am ersten Tag, als die Klinik wieder besetzt war an und schon war es geschehen – völlig unverhofft hatte ich einen Beratungstermin vereinbart und war gleich nach dem auflegen wieder sowas von überwältigt von meinen Gefühlen. Ich hab’s getan – ich hab den ersten Schritt in ein neues Leben gewagt!

…heulen!

Wie soll es auch anders sein.

Gut eine Woche später war es dann auch schon soweit, ein wenig Fehl am Platz kam ich mir ja schon vor. Im Wartezimmer saß nur ich – mit schwitzigen Händen und gefühlt vollkommen „underdressed“ – hier war schließlich alles perfekt! Beim Beratungsgespräch verlief dann aber urplötzlich alles super, der Arzt war für mich zwar anfangs irgendwie merkwürdig, schnell habe ich aber begriffen das er einfach gar nicht auf diese „Gefühlsschiene“ aufsteigt, auf der ich mich befinde, sondern strickt und kompetent eine Beratung abhält, mir meine Fragen beantwortet und mir klar macht, dass es absolut sinnvoll ist was ich hier gerade versuche auf die Beine zu stellen. Ich bin jung, habe noch mehr als mein halbes Leben vor mir und was spricht dagegen es nicht in Angriff zu nehmen!? Mit diesen Fragen und einem positivem Gefühl bin letztendlich heim gefahren.

Auf einmal war alles so nah, ich sollte eine Nacht drüber schlafen und wenn ich mich entschieden habe den Eingriff durchführen zu lassen anrufen!

Und jetzt, meine fleißigen Leseratten, darf ich euch mit voller Vorfreude und einer mega Angst endlich verkünden, dass mein Leben sich ab dem 25.02. höchstwahrscheinlich um 180° drehen wird! 

Denn das meine Lieben, dass ist der Tag an dem ich meine Last, die mehr als 10 Jahre an meinem Körper hängt endlich loswerde  ❤ Ich befreie mich von all den schweren Zeiten, der Leiden und den Schmerzen und kann neu anfangen. Kaum zu glauben, oder?

Jeden Tag denke ich darüber nach, fiebere einerseits drauf hin und bekomme im selben Moment aber auch wieder so viel Angst. Klar, das ist normal denke ich, oder?! Ich meine, die Vorstellung alleine, das ich mich wieder im Spiegel ansehen kann und zum Beispiel nach über 10 Jahren mal wieder ein Schwimmbad betrete ohne gleich wieder raus rennen zu wollen weil ich mich am liebsten verstecken würde, all das scheint so unwahrscheinlich surreal!

Für all die, die es nun wirklich geschafft haben bis hier hin zu lesen, denen möchte ich mit diesem Blogbeitrag eins sagen:

Tu was du für richtig hältst, du hast nur dieses eine Leben und welchen Grund gibt es, dass du dein Leben lang mit körperlichen oder auch psychischen Schmerzen herumlaufen sollst?! Jeder, wirklich jeder hat es verdient glücklich und frei zu sein!

Und mit diesen Worten bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich bei euch, für das durchlesen, für euer da sein, für die Spenden und für all die Kraft die ihr mir mit auf den Weg gegeben habt und ich mir somit endlich meinen Traum erfüllen kann ein freies Leben führen zu können. DANKE!

ps.: Ich weiß nicht ob es euch interessiert, aber wenn ja, bin ich gern bereit, den Werdegang meiner OP und der Nachsorge festzuhalten! Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen von euch ❤

pps.: Ich könnte jetzt noch unwahrscheinlich lang weiter erzählen, was es kosten wird, wie das ganze sich gestaltet und und und, da ihr aber bis hier schon so super fleißig gelesen habt, lasse ich dies erst einmal aus. Wichtig ist nur noch zu sagen, dass ich ab Ende Februar höchstwahrscheinlich für 2-4 Wochen ausfallen werde. Wer bis dahin also noch einen Termin haben möchte, der darf mir gern Bescheid geben.

Für eure Spontanität erhaltet ihr mit dem Code „NewLife“ auch noch ein Bild gratis oben drauf! Dies gilt für alle Termine die noch vor dem 25.02. stattfinden werden! Schreibt mir einfach eine Mail und bringt den Code dort mit unter, ich freue mich wahnsinnig auf euch!

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